headine nollehuend
headine nollehuend
Nollehünd Tegernau-Sallneck 1996 e.V.
Nollehünd Tegernau-Sallneck 1996 e.V.

DIE „NOLLEHÜND“

 

 (Betrachtungen zur Namensgebung)
 

Eine alte Sage erzählt, dass vor langen Zeiten ein Sallnecker nach einem ausgedehnten Wirtshausbesuch in Tegernau auf dem Heimweg über den Nollen in einen Graben fiel und darin einschlief. Irgendwann später wurde er durch ein Knurren wach und sah über sich ein wolfsähnliches Tier mit fletschenden Zähnen und feurigen Augen. Er erschrak sich zu Tode und glaubte, den leibhaftigen Teufel zu sehen. Da schlug es vom Tegernauer Kirchturm zwölf Uhr Mitternacht und das unheimliche Wesen verschwand in der Dunkelheit. Dieser „Nollehund“ soll – so erzählt man sich – die Sallnecker noch lange vom nächtlichen Heimweg über den Nollen, aber weniger vom Alkohol abgehalten haben.

 

Und sehr viel später, am Ende des letzten Jahrhunderts, gab es am Nollen wirklich Nollenhunde. Es waren wildaussehende und angstverbreitende Hunde mit struppigem Fell, die von ihren Besitzern, den „Nollen-Lenzen“, zur Wilderei abgerichtet waren. Diese „Nolle-Lenze“, der alte „Nollen-Lenz“ und zwei ganz verwegene Söhne, stammten aus Niedertegernau und wohnten in dem alten und halbverfallenen Glasmacherhaus in Eichholz am Nollen. Sie betrieben die Wilderei mit ihren Hunden und mit Vorderladergewehren. Da diese Vorderladergewehre jeweils nur einen Schuss abgaben, machten die „Nollen-Lenze“ regelrechte Schiessübungen am „Nollenhäldele“. Während der eine Sohn einen ovalen Fassboden den Weidhang hinunterrollen ließ, versuchte der andere Sohn diesen wie ein Reh Sprünge machenden Fassboden zu treffen. Wiederholte Kontrollen und Hausdurchsuchungen durch den „Gendarm“ von Tegernau waren immer ohne Erfolg. Später wanderten die beiden Lenzbrüder nach Amerika aus. Man hat aber nie mehr etwas von ihnen gehört. Und noch viel später – das alte Glasmacherhaus, zuletzt nach dem letzten Besitzer Hotz auch „Hotzehuus“ genannt, war schon lange abgerissen – fällt ein starker Sturm den ehemaligen Hausbaum. Und … der hohle Baumstamm war voll mit abgenagten Tierknochen.

 

Übriggeblieben ist heute von diesen verwegenen Geschichten in dieser rauen Gegend um den Nollen ein Schnaps, der wegen seines scharfen und feurigen Geschmacks noch heute „Nollehund“ genannt wird. Zu später Stunde getrunken, lässt er Gefühle von unbändiger Freiheit und Wildheit aufkommen. Er ist aber auch heute noch für manchen Eichholzer, Sallnecker und Tegernauer nicht ganz ungefährlich.

 

Aktualisiert ( Montag, 22. April 2013 22:55 Uhr ) 


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